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Grüner Wahn und rote Pillen

Vor mir liegt eine Packung mit einem homöopathischen Mittelchen. Die Pillen nehme ich prophylaktisch, weil ich mich im Herbst gerne erkälte. Insbesondere im Hinblick auf die kommende, in jeder Hinsicht stürmische Saison, möchte ich gewappnet sein. Es soll ja kalt werden im viertgrößten Industrieland des Planeten. Die Energie könnte knapp werden, die warme Stube im Winter ist nicht mehr garantiert, prophezeien die grünen Staatsmedien und ihre Politiker. Ich komme ins Nachdenken.

von Backfist

Wie ist es eigentlich so weit gekommen? Wie erkläre ich es meinen europäischen Nachbarn, dass hier eine Minderheit ein ganzes Land seit einem halben Jahr ohne Unterlass mit Duschzeiten, Waschlappen, Kriegsrhetorik und ihrer apokalyptischen Verbots- und Notstandspolitik belästigt? Putin ist schuld, sagen sie. Glaubt das noch jemand? Was ist das eigentlich für ein bemitleidenswertes Diskursniveau?

Neulich schickte mir mal ein Freund einen Meme mit folgendem Wortlaut zu: „Menschen, die denken, dass sie einen Krieg beenden oder die Welt retten, indem sie weniger duschen, kann man intellektuell nicht mehr erreichen.“ Ja, gut beobachtet, aber warum sind es dennoch so viele, die das glauben? Fast hätte ich auch zu dieser amorphen Masse gehört, die mich irgendwie an Urvölker erinnert, die hofften, durch okkulte Ritualtänze und Opfergaben das kommende Unwetter abzuwenden.

Im Rückblick, da bin ich mir sicher, liegt es an den roten Pillen, die diesen Leuten nicht zugänglich waren, als sie sie am dringendsten benötigt hätten. Das beginnt vor allem bei der Erziehung in den Schulen, den modernen Indoktrinationsanstalten, die uns Schritt für Schritt in dieses intellektuelle Elend getrieben haben. Ein Elend mit Endstation Klimareligion und Genderismus. Die roten Pillen befreien – Pille für Pille – von den ideologischen Scheuklappen, die uns im Laufe der Erziehungsdiktatur angelegt wurden und die uns am klaren Denken hindern. Wir kennen das aus dem Filmklassiker „Matrix“.

Ich sehe die Schachtel vor mir und denke, es sind noch 19 Stück drin, eine habe ich bereits genommen. Ein guter Vorrat. Aus welchen Ingredienzien bestehen die roten Pillen eigentlich, was genau passiert im Bewusstsein, wenn das Bedürfnis nach ihnen auftaucht und wie findet man die richtigen?

Bei meiner Westsozialisation war es so, dass ich die erste Pille nach dem „Waldsterben“ einnahm. Doch ich muss etwas ausholen. Für Sie, liebe Leser mit Ostsozialisation, klingt das alles wahrscheinlich etwas exotisch abgedreht….

Obwohl ich schon etwas älter bin als 25 kann ich mich noch sehr gut an diese prägende Zeit erinnern. Im Jahr 1979 machte ich das Abitur. Wir lernten alles, was unsere jungen 68er Lehrer für wichtig erachteten: Das Umweltthema war relativ neu und rangierte damals noch hinter den neomarxistischen Klassenkampfthesen, dem Feminismus und natürlich dem plakativ zur Schau getragenen Antifaschismus, ewiger Schuldkult inklusive. Ihre ideologischen Hintergründe reichten vom linken Juso über den DKP- Sympathisanten und, auch sehr stark vertreten, den Jüngern Maos. Kurzum, es war das gleiche Panoptikum, das im Zeitraum meiner gymnasialen Schulzeit die Partei „Die Grünen“ gründete.

Sie hatten durchaus Überzeugungskraft für uns Jungen, deren kritische Gehirnmasse noch nicht entwickelt genug war, ihre Ideologie zu durchschauen. Und es war attraktiv! Diese Katastrophen-Endzeitlyrik in ihren Thesen klang schaurig schön und man hatte rasch das wohlige Gefühl, dazuzugehören, mehr zu wissen, wichtig zu sein. Es war cool. Das klassische Dunning-Kruger Syndrom.

Irgendwie haute diese Klassenkampfsache dann aber doch nicht hin, Die Arbeiterklasse wollte nicht mitmachen. Der Zusammenbruch des Kapitalismus wandelte sich bei den Vordenkern jetzt immer mehr zum Zusammenbruch des Ökosystems und exakt daran konnte man später leicht erkennen, dass etwas Entscheidendes an diesem Konstrukt nicht stimmen konnte. Wenn man das auch wirklich erkennen wollte. Aber diese rote Pille erfolgte zeitverzögert durch das Eintreten der Realität selbst.

Waldsterben, „Alarm, der Wald stirbt“, so oder so ähnlich war das 1980ff auf jeder Titelseite der Systempresse zu lesen. „Saurer Regen“, zu viel Automobil, die Industriegesellschaft, das Wirtschaftswachstum…das waren jetzt die Hauptfeinde. Die aus heutiger Sicht völlig absurden Prognosen des „Club of Rome“ im Bestseller „Grenzen des Wachstums“ oder das genauso falsche Zukunftsszenario „Global

2000“ hatten sich medial durchgesetzt, sie wurden Mainstream und mit ihnen die Ideologie der in den 80ern stets gewachsenen Partei „Die Grünen“. Die Ökoreligion hatte allmählich die Klassenkampfreligion abgelöst. Diesen Wandel der Schwerpunkte durfte man später, beim Studium der Geschwätzwissenschaften noch intensiver erfahren. Es war die Fortsetzung der schulischen Erziehungsdiktatur mit den modifizierten Inhalten des Umweltalarmismus und Kulturmarxismus.

Der Wald starb aber nicht. Ebenso wenig waren im Jahr 2000 die globalen Ölreserven erschöpft. Da lag sie, die rote Pille. Man brauchte sie nur noch einzunehmen, bevor der nächste Evergreen der mittlerweile hegemonialen grünen Einheitsfront – das „Ozonloch“ – sich mit bedrohlicher Medienmacht auftat. Die Ingredienz der roten Pille war und ist die Realität selbst. Doch warum greifen die einen zu und die anderen wenden sich vor der Einnahme ab? Das Motiv, die erste rote Pille einzunehmen war für mich das schlichte Bedürfnis, mich nicht mehr von den sogenannten intellektuellen Eliten verarschen und manipulieren zu lassen. Das Bedürfnis, frei zu sein im Denken, frei zu sein von Indoktrination durch Lehrer und Professoren, durch alle Statthalter der kulturellen Hegemonie. Das Bedürfnis, die während schulischer und universitärer Erziehungsdiktatur auferlegten Scheuklappen abzustreifen; sich selbst kritisch zu hinterfragen und eine klare Sicht auf die Gesellschaft, Natur und Wirtschaft zu entwickeln. Es ist das Bedürfnis, sich vom moralisch Hochbegabten zum intellektuell mindestens Begabten weiterzuentwickeln. Mit Karl Popper: „Unsere Versuche, Wissen über unsere Welt zu erlangen, enthalten nur ein einziges rationales Element: die kritische Prüfung unserer Theorien.“ Mit anderen Worten, keines der apokalyptischen Szenarien der Ökoreligion, die uns eingebläut wurden, konnte verifiziert werden. Die einzige sinnvolle Konklusion, aus der Betrachtung der Realität resultierend, war das „rationale Element“, dass alle diese Szenarien mustergültig falsifiziert wurden.

Kritisches Denken ist Bauchgefühl, Sinn für die Realität aber auch intensive Arbeit an den großen Themen. Nicht alles erschließt sich auf den ersten Blick, man muss sich den klaren Blick erarbeiten. Wesen und Erscheinung. Fast nichts ist, wie es den Anschein hat oder anders formuliert, fast nichts ist so, wie „sie“ es aussehen lassen wollen. So ist die derzeitige Deindustrialisierung und Verarmung durch gezielten

Energieentzug kein Kollateralschaden des Ukrainekrieges, sondern die geplante Umsetzung des grünen Morgenthauplanes, lediglich begünstigt durch diesen traurigen Akzellatoreffekt.

Rote Pillen gegen den grünen Wahn: Hallo Fridays-Klimahüpfer, hallo an Schulen zu braven Grünenwählern und gläubigen Klimareligiösen Ausgebildete, hallo Coronaverschwörungspraktiker, hallo grüne Verbots- und Verarmungsapostel, hallo grüne Freunde eines neuen Rußlandfeldzugs: Bitte holt Euch die Schachtel mit den roten Pillen. Sie ist ganz nah. Es sind genug da. Manchmal müsst Ihr nur das Gehirn einschalten, die Welt ohne Gesinnungsbrille beobachten. Die Welt so betrachten, wie sie ist oder genau das Buch lesen, vor dem das orwellsche Panikorchester Euch warnt. Es ist noch nicht zu spät, aber seid bitte nicht so armselig und verbleibt in Eurer kümmerlichen Lemmingexistenz. Geht raus aus Euren Echokammern und denkt selbst. Es macht heute und es machte früher keinen Spaß, ein Teil der Bildungskatastrophe zu sein. Zeigt Mut zur Selbstreflexion. Informiert Euch. Dann entsteht vielleicht auch Haltung. Denn „Haltung zeigen“, das ist in Wirklichkeit so ziemlich genau das Gegenteil dessen, was Euch Eure grünen Politikversager predigen.

Wenn ich auf meine eigene „Rote-Pillen-Geschichte“ zurückblicke, war doch nicht alles komplett schlecht: Unsere 68er Lehrer und Professoren hatten uns am Ende einen guten Satz nahegelegt: „Glaubt ihnen nichts, hinterfragt alles.“ Dieser Satz war damals auf die vermeintlich konservative Mainstreammeinung gemünzt, doch heute, da die 68er Generation und die von ihnen gebrainwashten ehemaligen Schüler und Studenten an der Macht sind, ist er so aktuell wie noch nie. Genau deshalb halten wir das heute auch so: Vor allem Euch und Euresgleichen glauben wir kein einziges Wort mehr.

So, jetzt nehme ich nochmal eine rote Pille und gehe in einem der vielen herrlichen grünen Wälder in der Umgebung spazieren. Ein Waldgang, 42 Jahre nach dem „Waldsterben“.

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