Atombombenexplosion - Foto: Imago

Deutschlands dritter Krieg gegen Russland

Mit der Teilnahme an den massiven westlichen Wirtschaftssanktionen gegen Russland und den Waffenlieferungen an die Ukraine hat Deutschland zum dritten Mal in nur 108 Jahren Russland den Krieg erklärt. Dass dieser Krieg (noch) nicht militärisch geführt wird, ändert nichts an dieser Tatsache. Denn die Sanktionen wurden auch deshalb beschlossen, um einen Machtwechsel an der Spitze der russischen Föderation zu erzwingen, also mit dem Ziel, den mehrfach gewählten Präsidenten Wladimir Putin „zu ruinieren“. Moskau musste und hat das als Kriegserklärung verstanden. Auch die USA oder Frankreich würden es als Kriegserklärung werten, wenn andere mächtige Staaten mit so umfassenden Sanktionen einen politischen Umsturz in Washington oder Paris erzwingen wollten.

Das Argument, bei dem Wirtschaftskrieg gehe es um die Verteidigung der Souveränität und die Freiheit der Ukraine, ist vorgeschoben und verlogen: Wäre es darum gegangen, hätten die USA und die NATO die russischen Gesprächsangebote im Herbst 2021 nicht so arrogant und abweisend ignoriert. Deutschland hat sich an dieser negativen westlichen Haltung beteiligt und dann auch aktiv in den Krieg eingegriffen. Die russische Führung hat lange damit gewartet, die deutsche Kriegsteilnahme in der Ukraine mit dem Stopp der für die hochindustrialisierte Bundesrepublik so lebenswichtigen Energielieferungen zu bestrafen.

Mit Moskaus jüngster Entscheidung, kein Gas mehr zu exportieren, so lange die Sanktionen nicht aufgehoben werden, hat Russland die faktische deutsche Kriegserklärung mit einem Gegenschlag beantwortet, dessen Folgen noch unabsehbar sind. Wie der dritte deutsche Krieg gegen Russland ausgehen wird, ist also noch offen. Es spricht aber schon jetzt nicht viel für einen „siegreichen“ Verlauf für Berlin. Sollte der Wirtschaftskrieg, der längst auch ein Ideologie- und Kulturkrieg geworden ist, militärisch eskalieren, wird Deutschland das atomare Schlachtfeld sein, das es schon im Kalten Krieg beinahe geworden wäre.

Die Geschichte warnt und mahnt

Die zwei vorhergehenden Kriege zwischen den stärksten europäischen Mächten sollten auch denen eine Warnung sein, die den Russen in der Ukraine eine Niederlage bereiten wollen. Zweimal nämlich war die Ukraine sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg in deutscher Hand, zweimal ging nicht nur die Herrschaft über die Ukraine, sondern auch der gesamte Krieg für das Kaiserreich und das nationalsozialistische Großdeutschland verloren. Die erste Kriegserklärung des Kaiserreichs am 1. August 1914 an das zaristische Russland mag noch aus der nicht schuldlos schwierigen Interessenlage des Reiches zu erklären sein.

Doch trotz der russischen militärischen Niederlage war es letztlich ein nutzloser deutscher Sieg, der auch noch sehr teuer mit der für beide Staaten verhängnisvollen kommunistischen Machtergreifung in Russland erkauft wurde. Nach einem großen Sieg sah es anfangs auch 1941 aus, als Hitlers Heere am 22. Juni in die Sowjetunion einmarschierten, um dort einen Vernichtungs- und Versklavungskrieg zu führen. Im Winter 1941 vor Moskau und 1942/43 in Stalingrad scheiterte der deutsche Wahnsinn mit vielen Millionen Opfern auf beiden Seiten. Die Bilder von der roten Fahne mit Hammer und Sichel über dem zerstörten Berliner Reichstag sind zumindest in Russland noch sehr präsent.

Die Bundesregierung samt der Scheinopposition von CDU/CSU, aber auch weite Teile der veröffentlichten Meinung, haben ungeachtet bitterer historischer Erfahrungen diesem dritten Krieg gegen Russland zugestimmt. Sind sie sich des ungeheuren Risikos für Staat, Nation und Volk bewusst, das sie damit eingehen? Es waren nicht die Amerikaner oder gar Briten und Franzosen, ja noch nicht einmal die (West)Deutschen selbst, die 1989/90 die unblutige Wiedervereinigung ermöglichten und uns Deutsche für einen kurzen historischen Augenblick zum glücklichsten Volk der Welt machten: Es war die Sowjetunion unter Gorbatschow. Sein Begräbnis, welch eine Schande, fand vor einigen Tagen ohne ein einziges deutsches Regierungsmitglied in Moskau statt.

In einem FAZ-Interview von Dienstag sagt Bundeskanzler Scholz trotzig: „Wir kommen durch“. Solche Parolen sind in Deutschland bekannt aus zwei verlorenen Kriegen – Kriege nicht nur, aber stets auch gegen Russland. In den Punischen Kriegen der Antike hat die Handelsmacht Karthago zwei Kriege gegen Rom überstanden, doch nach dem dritten Krieg war Karthago völlig zerstört. Die Geschichte warnt und mahnt Deutschland und die Deutschen.

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