Jagd auf den "Verfassungsfeind" (Symbolbild:Jouwatch-Collage)

Die AfD-Allergie

Der Traum von einer idealen und gerechten Welt, in der das Böse so weit gebannt ist, daß es keinen Schaden mehr anrichten kann, ist so alt wie die Menschheit.

Von Björn Hacke auf Telegram

Wäre es nicht schön, wenn man Kriminelle erkennt, bevor sie selbst überhaupt an ihre Taten denken? Ab dem 19. Jahrhundert suchte die Wissenschaft nach biologischen Faktoren: Gibt es geborene Verbrecher? Später kam die Psychologie hinzu. Diese Vorstellungen führten schließlich auch zu den Konzentrationslagern. Unter dem Eindruck dieser schrecklichen Entwicklung veröffentlichte 1956 der Science-Fiction-Autor Philip K. Dick die Kurzgeschichte »Minority Report«, in dem er der Frage nachgeht, ob sich Verbrechen sicher durch Prophetie vermeiden lassen und was das mit unserer Gesellschaft macht. Die Kurzgeschichte wurde später mit Tom Cruise verfilmt. In dieser Dystopie gelingt es dem Staat Washington zunächst durch drei sogenannten »Precogs«, die über hellseherische Fähigkeiten verfügen, die Verbrechensrate tatsächlich für sechs Jahre auf Null zu senken. Doch das »Precrime«-Programm hat Fehler. Die Unfähigkeit, diese Mängel einzugestehen, läßt den Staat schließlich selbst zum mörderischen Verbrechersystem mutieren.

Solche »Precogs« finden Sie in deutschen Parlamenten zuhauf: Wenn Sie parlamentarische Debatten mit der AfD verfolgen, fällt ein Muster auf: Die AfD bringt einen harmlosen Antrag ein, dem eigentlich die meisten zustimmen müßten. Gleich nach dem AfD-Abgeordneten versucht sich ein Abgeordneter der gegnerischen Parteien in einer Interpretation und Einordnung: Das klinge ja ganz schön, aber eigentlich wolle die AfD damit ja etwas ganz anderes. Darauf folgt ein mit düsterer Phantasie ausgemaltes Schreckensszenario mit immer demselben Ausgang. 

Besonders unter Journalisten ist die Gesinnungs-Hellseherei weit verbreitet. Diese Kaffeesatzleserei ist auch der grobe methodische Fehler, den der sogenannte »Verfassungsschutz« ständig begeht, seitdem er sich von rechtsstaatlichen Prinzipien entfernt und der Antifa-Arbeit gewidmet hat.

Der fatale Logik-Fehler besteht in der falschen Prämisse, daß das eigene Denken ohne jeden Zweifel gut ist, weil man sich ja »das Gute« für die Menschheit wünscht. Verstärkt wird das durch die Annahme, daß die eigenen Schlußfolgerungen immer richtig sind und die eigenen Maßstäbe auf die Bedürfnisse aller Menschen übertragbar seien. Folglich kann jeder, der dem widerspricht, nur kriminell sein. Und wenn das nicht gleich erkennbar ist, dann muß es sich um Heimtücke handeln…

Ein weiteres großes Problem dieser Gesinnungsethik ist die Relativierung der tatsächlichen Konsequenzen. Für den Gesinnungsethiker ist die Intention entscheidend, also daß jemand, der handelt, damit »das Gute« will. Mit der richtigen Gesinnung entzieht er sich jeglicher weiteren Verantwortung (wir erleben das gerade wieder auf sehr bittere Weise im Umgang der Ampelregierung mit dem Ukraine-Krieg und den fatalen Folgen, die diese Politik für viele unbeteiligte Menschen hat).

Der Philosoph Karl Popper resümiert eine immer wiederkehrende Erfahrung der Geschichte, wenn er sagt: »Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle.«

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